Einreise in die USA

Im Gegensatz zur Reise innerhalb des Schengenraumes, wozu auch die Schweiz zählt, gestaltet sich die Einreise in die USA aufwändiger und es gilt einiges zu beachten.

Generelle Informationen: FAQ der US Botschaft in Deutschland1)

Electronic System for Travel Authorization (ESTA)

Direkter Link zu ESTA: https://esta.cbp.dhs.gov/

Die Schweiz (inkl. Lichtenstein) nimmt im Visa Waiver Program teil. Alle Schweizerinnen und Schweizer müssen sich daher vor der Einreise über ESTA registrieren.

Auszüge aus den Bestimmungen

Aus dem FAQ2):

  • Die Registrierung hat min. 72 Stunden vor Abflug stattzufinden, besser noch früher, damit der Status auf der Homepage überprüft werden kann (z.B. im Falle eines negativen Bescheids wäre ein Visum nötig)
  • Jede Reise muss registriert werden und ist nur für Reisen bis max. 90 Tagen am Stück möglich
  • Eine Registration ist für zwei Jahre gültig, sofern der Pass nicht vorher abläuft und der Name nicht geändert hat
  • Immer direkt bei ESTA registrieren und keinem anderen Anbieter vertrauen, der eine Registrierung vorgaukelt
  • Seit 2010 ist eine Gebühr von USD 14 (Stand 2010) fällig, die nur per Kreditkarte bezahlt werden kann (damit haben die US Behörden auch gleich weitere wichtige Informationen, welche sie mit dem Profil der einreisenden Person verknüpfen können…)
  • Reisende mit zwei Pässen (z.B. bei Weltreisen) müssen vor Ort den Pass vorweisen, den sich für die Registration benutzten
  • Die Daten werden 75 Jahre aufbewahrt, da ESTA auch das alte grüne I-94W Formular ersetzen soll

Tipps

  • Obwohl nicht verlangt, empfiehlt ESTA zur Einreise das Ausdrucken und Mitführen der positiven Bestätigung auf Papier
  • Reisende mit zwei Pässen (z.B. bei Weltreisen) sollten immer den gleichen Pass für die USA verwenden, so können sie in Ländern, die nicht gut auf die USA anzusprechen sind, vorteilhaft den anderen Pass vorlegen und können sich so allenfalls längere Kontrollen ersparen, da Reisende mit USA Stempeln auch als USA freundlich angesehen werden können

Modalitäten vor Ort

Bei der Ankunft in den USA an einem international Airport fällt die Immigration an mit weiteren möglichen Fragen und der Abnahme allfälliger biometrischer Daten, sofern der (biometrische) Pass nicht aussreichen sollte.

Oberstes Gebot

Vor jeglichem Personal, egal ob vor oder nach dem Immigration Desk:

  • Keine Scherze (weder ironisch, sarkastisch gemeint noch sonst irgend etwas)
    • Das Personal ist verpflichtet alle Äusserungen als wahr aufzufassen, so dass auch offensichtliche Scherze das Personal zum Handeln zwingen mit dem Resultat, dass man in einem Interviewraum stundenlang befragt wird, das gesamte Gepäck penibelst untersucht wird, man irgendwann zurückfliegen darf und auf einer Liste unerwünschter Personen landet (d.h. keine Einreise mehr möglich)
  • Keine unangebrachten Bermerkungen
    • Als Nicht US-Bürger sollte man auch nicht auf die Constitution of the United States und deren Bill of Rights (genauer Amendment IV und XIV) pochen, denn in den USA gilt vielenorts: „the Constitution follows the flag“, d.h. gilt nur für US-Bürger, obwohl teilweise die Constitution auch für Ausländer innerhalb der USA gelten könnte3) (womit Guantanamo begründet wäre)
  • Keine Lügen
    • Fragen zu politischer oder religiöser Gesinnung sind umstritten, aber als nicht US-Bürger empfiehlt es sich hier trotzdem zu antworten, allenfalls sogar mit einer Notlüge, sonst riskiert man als unkooperativ eingestuft zu werden, so dass die Einreise verwehrt wird

Gegenstände

Ob Schuhe und Gürtel ausziehen, Flüssigkeiten ja/nein, etc kann sich immer wieder ändern - je nach gefühlter Bedrohungslage der USA. Es wird zwischen gefährlich und verbotenen Gegenständen unterschieden:

  • Liste von verbotenen Gegenständen4), teils nur erlaubt im aufgegebenen Freigepack, teils gar nicht
  • Gefährlich können Flüssigkeiten sein, es gilt3-1-15) oder besser nach Möglichkeit alles ins Freigepäck aufgeben und somit möglichst nichts diesbezügliches im Handgepäck.

Es gilt die Gepäckratgeber der Airlines zu konsultieren für Sicherheitsbestimmungen bei Hand- und Freigepäck, z.B. Swiss6).

Screening

Infos aus Know Your Rights When Traveling7), Defending Privacy at the U.S. Border: A Guide for Travelers Carrying Digital Device8) und TSA Screenings & Your Rights9)

  • Auch hier gilt das zuvor genannte „oberste Gebot“
  • Beschwerden sind möglich über DHS TRIP10)
  • Gepäck immer mit TSA kompatiblen Schlössern abschliessen, sonst wird das Gepäck einfach aufgebrochen und anschliessend mit Klebeband zugepflastert
  • Nacktscanner sind nicht ein Muss, man darf auf eine persönliches Abtasten durch gleichgeschlechtiches Personal bestehen, hierfür muss man dem TSA Personal klar sagen „I opt out“ und sich nicht überreden lassen - die darauf stattfindende Leibesvisitation ist aber gründlicher als in der Vergangenheit
  • Es kann vorkommen, dass man den Computer aufstarten muss, um zu beweisen, dass es sich um einen ordnungsgemässen Computer handelt. Tipp: Vor der Reise Akku aufladen, damit die Kontrolle zügiger geht, statt noch nach dem Netzteil zu fummeln und einstecken zu müssen
  • Computer nie freiwillig abgeben, leider darf die TSA Geräte ohne Verdacht und Begründung konfiszieren11), hier gilt es aber immer auf eine Quittung (receipt) zu bestehen, so dass man einen Beweis hat
    • Bevor Geräte weggenommen werden, darf man auf eine erste Untersuchung vor Ort durch Zunahme eines Vorgesetzten bestehen (initial search conducted in front of a supervisor)
    • Es kann sein, dass Smartphones, Laptops, Tablets, Digicams, USB-Sticks etc nur temporär weggenommen werden um eine Kopie des jeweils enthaltenen Speichermediums anzufertigen, die dann von einer anderen Behörde unterstucht wird
    • Entsprechend grundsätzlich keine sensitiven Daten auf irgendwelchen Geräten und Speichermedien mitführen, besser im Internet gut verschlüsselt ablegen und nach der Einreise herunterladen (allerdings vor der Ausreise wieder sicher löschen, d.h. wipe). Am besten keine Dokumente, Bilder, Filme, Musik etc mitführen, sondern im Falle eines Laptops oder Tablets nur eine Standardinstallation - wie wenn neu gekauft - mit ein paar belanglosen Programmen, etwas unauffälligen Surfspuren im Browser und einem Mail Client mit einem unauffälligen Mail Account von Gmail etc, der sonst allenfalls mal als Trash-Mail benutzt wird
  • Wird man zu genaueren Befragung weggeführt und lange in einem Interviewraum festgehalten, dann kann man verlangen, dass die Reisepartner darüber informiert werden, entweder durch das TSA Personal oder durch einen Anruf
    • Normalerweise haben nur US Bürger das Recht um Anwaltsbeistand
1) , 4) , 5) , 7) , 8) , 9) , 10) Abgerufen am 03.01.2013
6) Gepäckratgeber der Swiss International Air Lines AG, abgerufen am 03.01.2013
 
usa_einreise.txt · Zuletzt geändert: 2014/01/03 23:07 von elmar · [Ältere Versionen] · [Links hierher]